Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

Dr. Lena Kertag

Dr. Lena Kertag


 
 
Einige Menschen haben bis ins hohe Alter wunderbare Zähne. Andere schlagen sich mit schief gewachsenen oder ungleichmäßigen Zähnen herum. Hässliche Füllungen, abgebrochene oder verfärbte Zähne verleiden so manchem das Lächeln.
Bisweilen sind Zähne einfach nicht mehr zu retten. Die gute Nachricht: Zahnsanierungen und Zahnersatz sind heute besser denn je und lassen jeden wieder problemlos kauen — und lächeln.

     Von Dr. Lena Kertag
 
 

Prothetik klingt für viele Menschen gleich nach »Gebiss« im Wasserglas, doch zum weiteren Bereich der Prothetik gehören (Teil-)Kronen, Brücken, (Teil-)Prothesen und Implantate, die als Zahnersatz fungieren. Unter den Begriff »Zahnerhalt« fallen Inlays und Veneers (Keramikschalen). Die teils hauchdünnen Keramikschalen, die meist auf die Frontzähne aufgeklebt werden, sind die harmloseste Form eines Eingriffs. Sie kaschieren etwa einen abgebrochenen Zahn, zu kurze bzw. ungleichmäßige Zähne oder stark verfärbte Frontzähne.
 
Der Vorteil dieser Veneers, Laminates oder Lumineers:
Anders als bei Kronen kommt es – je nach Beschaffenheit der Zähne – zu gar keinem oder nur zu wenig Verlust der Zahnsubstanz. Mittlerweile gibt es sogar Veneers zum Ausprobieren, die nicht fest angeklebt werden – für alle, die erst einmal testen wollen, wie sie mit »neuen Zähnen « aussehen.
 
 

Biokompatible Materialien – strahlendes Lächeln

 
Für die Ästhetik gilt: Der beste Zahnersatz ist der, den man nicht sieht. Für die ganzheitliche Zahnmedizin sind noch zwei weitere Grundsätze wichtig: Die Materialien müssen biokompatibel sein. Und: Vor dem Zahnersatz kommt der Zahnerhalt.
 
Heute ist es möglich, mittels antiallergener Komposite viele »Zahndeformationen« – etwa kleine Lücken zwischen den Zähnen, schief gewachsene Zähne, unschöne Zahnhälse bei Parodontitis oder sogar abgebrochene Zähne – zu reparieren und nicht gleich, wie früher, mit Kronen zu versorgen.
 
Ist der Schaden größer, etwa weil der Zahnschmelz großteils beschädigt ist, muss der angegriffene Zahn allerdings mit einer Krone geschützt werden. Hier setzt sich immer mehr die Vollkeramik durch. Herkömmliche Kronen haben im Inneren Metallstrukturen, die in der Folge zu unschönen grauschwarzen Rändern am Zahnfleischrand führen können. Es können zudem allergische Reaktionen und Entzündungen des Zahnfleischs auftreten. Vollkeramik-Kronen sind dagegen gesundheitlich unbedenklich. Die in den letzten Jahren entwickelte Dentalkeramik ist mittlerweile widerstandsfähig, kaudruckstabil und langlebig. Und der ästhetische Vorteil: Vollkeramik ist schimmernd lichtdurchlässig – und sieht damit aus wie der Zahnschmelz natürlicher Zähne.
 
Auch bei Brücken und Implantaten aus Vollkeramik muss niemand mehr Angst vor der Gebiss-Anmutung früherer Tage haben. Sie sind stabil und ästhetisch ansprechend. Neben der Alternative »Einzelimplantat« gibt es in Bezug auf (Teil-)Prothesen auch Implantatbrücken oder implantatgestützte Totalprothesen.
 

Abb. 1: Zahnerhalt bei schiefen Zähnen mithilfe von Kompositen und Klebebrücke.
 

Abb. 2: Perfekte Ästhetik bei aussichtslosem Zahnerhalt mit Totalprothese.
 
(Fotos: Dr. med. Ilse-Phil Weber)

 


 

Das Interview zum Thema

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 

Frau Dr. Weber, Sie legen Wert auf ästhetische Zahnsanierung …

Dr. Weber: … Zunächst lege ich Wert auf die (Zahn-)Gesundheit und die Erhaltung von Zähnen — doch gleich danach kommt die ästhetisch ansprechende Sanierung ohne Metalle. Deswegen werden in unserer Praxis alle verwendeten Zahnmaterialien auf ihre Verträglichkeit hin überprüft. Wir arbeiten mit biokompatiblen, antiallergenen Kompositen für Füllungen sowie mit Vollkeramik bei Inlays, Veneers, Kronen und Brücken.
 
Mit Kompositen lassen sich erstaunliche Ergebnisse bei maximalem Erhalt von Zahnsubstanz erzielen. Vor elf Jahren habe ich einer älteren Dame, die sich eine jahrelange Zahnregulierung mit festsitzender Bebänderung nicht antun wollte, extrem schief gewachsene Zähne mit Kompositen und einer Klebebrücke modelliert — sie halten noch immer (siehe Aufmacherbild und Abb. 1). Sind Kronen, Brücken und Implantatkronen notwendig, ist Vollkeramik das Material der Wahl. Mittlerweile können wir die Natur fast perfekt nachahmen — und auch unschöne Zähne schön machen.
 

Wie haltbar sind metallfreie Prothesen?

Dr. Weber: Metallfreie Prothesen bzw. Teilprothesen gibt es schon seit Längerem auf dem Markt. Sie bestehen aus biokompatiblem Kunststoff. Bei richtiger Pflege sind sie sehr gut verträglich und auch haltbar. Durch die fehlenden Metallklammern können sie andere Zähne nicht schädigen und sind auch nicht als Prothesen sichtbar — was vor allem im Frontalbereich wichtig ist.
 

Was ist bei Zahnverlust sinnvoll, (Teil-)Prothesen oder Implantate?

Dr. Weber: Das kommt auf die Kieferverhältnisse und den Wunsch des Patienten an. Generell kann man sagen, dass Implantate aus Vollkeramik einen hohen Patientenkomfort garantieren. Sie fühlen sich im Prinzip wie echte Zähne an.
 
Zudem verhindern sie durch die kontinuierliche Kaubelastung die Rückbildung des Kieferknochens. Vollkeramik wird vom Körper gut angenommen, löst keine Allergien aus und minimiert zudem das Risiko von Periimplantitis, d. h. die Entzündung der den Implantathals umgebenden Schleimhaut und weitergehend die Entzündung des Zahnbetts.
Mittlerweile werden Implantate auch als Abstützung für größeren festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz eingesetzt.
Dafür genügen im Gegensatz zu Einzelimplantaten schon kleinere Implantate.

 
 


 
Natürliche Ästhetik - auch bei schwierigen Voraussetzungen

(TopFit, 04/2016 Jg. 16, S. 15)


 

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