Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

Flexible Kunststoff-Teilprothese, die mit durchsichtig-rosafarbenen Klammern an den eigenen Zähnen befestigt wird.

Flexible Kunststoff-Teilprothese, die mit durchsichtig-rosafarbenen Klammern an den eigenen Zähnen befestigt wird.


 
 
 
 
Zahnmedizin und Zahntechnik haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Wer mit hässlichen Zähnen, Zahnlücken oder anderen Zahnproblemen geschlagen ist, kann heute lächelnd in die Zukunft blicken.
Denn die Ansprüche, die sowohl Zahnmediziner als auch Patienten an Komfort und Ästhetik von Zahnsanierungen und Prothetik stellen, werden immer besser bedient.

      Von Dr. Lena Kertag
 
 
 
 
Komposite sind gefragt. Die mittlerweile antiallergenen zahnfarbenen Füllmaterialien besitzen eine nur geringe Sprödigkeit und können gut schichtweise modelliert werden – mit minimalem oder gar keinem Verlust an Zahnsubstanz.
Man kann damit sogar abgebrochene Zähne modellieren und Schiefstände korrigieren.
Ebenso können lange Zahnhälse bei Parodontitis optisch »geschient« werden.
 

Veneers — maximaler Zahnerhalt

 
Auch Veneers, die hauchdünnen Keramikschalen, zaubern schöne Zähne bei maximalem Zahnerhalt.
Ihre Transluzenz sorgt für ein natürliches Erscheinungsbild. Sie sind jedoch teurer als Komposite. Wer noch etwas skeptisch ist:
Es gibt neuerdings Veneers zum »Probetragen«.
Manche können mit diesen wieder abnehmbaren Haftschalen sogar problemlos beißen und kauen.
 

Kronen & Brücken — am besten aus Keramik

 
Kronen schützen die natürlichen, aber abgeschliffenen Zähne, wenn das Zahnhartgewebe großteils zerstört ist. Kronen aus Vollkeramik sind biokompatibel und ästhetisch optimal. Das gilt ebenso für Brücken. Es gibt allerdings auch gut verträgliche, preisgünstigere PEEK-Kronen aus Kunststoff. Ein Blick in die nahe Zukunft, bei der die im Vergleich zu Keramik preiswerteren Komposite eine Rolle spielen könnten: Aus neuartigen Nanohybrid-Kompositblöcken können Kronen gleich in der Praxis geformt und in einer einzigen Sitzung eingesetzt werden.
 

»Lückenfüller«: Implantate & Prothesen

 
Mittlerweile werden fehlende Zähne zunehmend durch Implantate ersetzt. Sie kommen den natürlichen Zahnverhältnissen im Mund am nächsten. Seit einigen Jahren gibt es neben den herkömmlichen Titanimplantaten auch metallfreie biokompatible Keramikimplantate.
Wer vor dem operativen Eingriff für Implantate zurückschreckt oder eine schnellere und auch preisgünstigere Zahnersatzlösung will, für den gibt es metallfreie Prothesen in mehreren Varianten.
Eine davon sind die immer beliebteren metallfreien Prothesen mit unsichtbaren Teleskopkronen.
Ein sehr natürliches Erscheinungsbild ergeben die dünnen, flexiblen Teilprothesen mit durchsichtig-rosafarbenen Klammern (Bild oben). Sie sind aus allergiefreiem Kunststoff und waren ursprünglich als Provisorien gedacht.
Doch mittlerweile werden sie von vielen Patienten als angenehm zu tragende Dauerprothesen geschätzt.
 

Unschöne Metallränder von Kronen an den Frontzähnen — vor ...

Unschöne Metallränder von Kronen an den Frontzähnen — vor

... und nach Sanierung mit Vollkeramikkronen

… und nach Sanierung mit Vollkeramikkronen


 
 

Herausnehmbare metallfreie Teilprothese.

Herausnehmbare metallfreie Teilprothese.

Zum Vergleich: herkömmliche Metallprothese.

Zum Vergleich: herkömmliche Metallprothese.

 
(Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber, Drobny Dentallabor, Aying, Dentallabor Herrmann, Bad Tölz)
 
 


 

Das Interview zum Thema

Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund. Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de

 

Frau, Dr. Weber, Sie sind ganzheitliche Zahnmedizinerin, legen aber großen Wert auf Ästhetik …

Dr. Weber: … Gesundheit und Ästhetik gehören für mich zusammen. Zunächst geht es natürlich um die (Zahn-)Gesundheit, d.h. um Prophylaxe und um Zahnerhalt — doch gleich danach um eine sowohl biokompatible als auch ästhetisch ansprechende Sanierung.
Wichtig ist mir auch die Metallfreiheit im Mund. Dabei können wir mittlerweile auf verträgliche und gesundheitlich unbedenkliche Materialien wie Komposite, Kunststoffe und vor allem Keramik zurückgreifen, sodass eigentlich alle zahnärztlichen Restaurationen metallfrei durchgeführt werden können.
Und: Diese Materialien werden kontinuierlich verbessert, sodass auch Allergiker keinerlei Probleme mehr bekommen. Auch ästhetische Aspekte werden optimiert: Es gibt Neuentwicklungen von Kompositen, die nicht nur verschleißfest sind, sondern auch in Farbe und Transluzenz angepasst werden können. Wir können also die Natur immer perfekter nachahmen.
 

Früher gab es Prothesen, heute hat man Implantate. Wann sind die künstlichen Zahnwurzeln sinnvoll?

Dr. Weber: Implantate, genauer gesagt biokompatible Keramikimplantate, ahmen die natürlichen Mund-Kiefer-Verhältnisse am besten nach. Die künstlichen Zahnwurzeln beugen zudem einer Rückbildung des Kieferknochens vor. Allerdings ist dazu ein kleiner kieferchirurgischer Eingriff erforderlich, bisweilen auch ein größerer, das hängt von der Beschaffenheit des Kieferknochens ab. Implantate erfordern meist auch Geduld: Das leere Fach des gezogenen Zahns muss erst verheilen, das später eingesetzte Implantat muss eine Zeitlang einwachsen, bis es mit einer Krone versorgt werden kann. Schneller geht es mit Sofortimplantaten, dazu bedarf es allerdings eines stabilen Kieferknochens.
Meist sind Sofortimplantatate nur bei Zähnen mit einer Wurzel möglich. Unsere Praxis arbeitet bei Implantationen mit einem erfahrenen Kieferchirugen zusammen.
 

Was bleibt für Implantatskeptiker?

Dr. Weber: Für Patienten, die keine OP bzw. eine schnellere Lösung wollen, gibt es (herausnehmbare) Prothesen aller Art. Sie reichen von Brücken über Prothesen mit Teleskopkronen bis hin zu den relativ neuen biegbaren Kunststoffprothesen mit metallfreien Klammern.
Manche Patienten kommen mit Letzteren wunderbar klar.
 
 


 
Metallfrei: Zahnsanierung und Zahnersatz

(TopFit, 02/2017 Jg. 17, S. 17)

 

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Die gesamten Ausgaben des Gesundheits-Magazins TopFit finden Sie auf deren Website unter www.topfit-gesund.de)

 
 

 

Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 
Nacken- und Rückenschmerzen - Lösung in der Zahnmedizin
 
 
Manche Menschen plagen sich mit unerklärlichen Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen. Die meisten von ihnen wissen nicht, dass dies auch am Kauapparat und an ihrem Biss liegen kann. Zuständig ist dann der Zahnarzt, der den Fehlbiss mit einer Schienentherapie korrigiert.
      Von Dr. Lena Kertag
 
 
 
Oft findet sich der Auslöser von Schmerzen oder Erkrankungen gar nicht am Ort, wo diese auftreten. Dies gilt insbesondere für Zähne und Kauapparat, die Symptome oder Schädigungen in ganz anderen Körperteilen verursachen können. Beispielsweise wirken sich chronische Eiterzähne oder Parodontis schädlich auf das Herz-Kreislauf-System aus. Auch bei Schmerzen des Bewegungsapparats sind oft die Zähne schuld. 80 Prozent aller Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen werden von einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), also einer Funktionsstörung im Kauorgan, verursacht.
Wenn sich Kiefergelenkspositionen und Biss verändern, können solche, aber auch andere Symptome auftreten. Schätzungsweise gehen rund 50 Prozent aller Trigeminusneuralgien auf einen Fehlbiss (oder einen Fehlbiss durch falsch sitzenden Zahnersatz) zurück.
 

Ganzheitliche Untersuchung beim Zahnarzt

 
Vor einem Zahnarztbesuch sind andere Ursachen von Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen beim Orthopäden, Hausarzt bzw. Internisten abzuklären. Patienten sollten dabei keine Schuheinlagen tragen. Viele Orthopäden verordnen oft einseitig erhöhte Einlagen wegen einer anatomischen Beinlängendifferenz (die es allerdings nur in drei Prozent der Fälle gibt).
 
Durch die Einlagen werden zwar das Becken gerade und die Beine gleich lang – doch die Wirbelsäule wird stärker gekrümmt und rotiert: Es entstehen Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen.
In vielen Fällen liegt jedoch keine anatomische, sondern eine funktionelle Beinlängendifferenz vor. Diese kann durch den Vorkontakt eines Zahns, einer Krone oder von neuem Zahnersatz hervorgerufen werden. Deshalb müssen die Zahnkontakte geprüft werden. Hierzu eignet sich die Funktionelle Myodiagnostik (früher Applied Kinesiology), d. h. die Austestung des richtigen Bisses an bestimmten Muskeln. Mit dem sogenannten Meersseman-Test wird dann die Bisssituation mit Watteröllchen direkt im Mund ausgetestet. Der Patient geht dabei mit zwischen die Seitenzähne gelegten Watteröllchen im Raum umher. Die Lage des Unterkiefers ändert sich dann im Gelenkraum, ebenso die Okklusion (Zusammenbiss). Die Kiefergelenke werden gleichmäßig belastet, deshalb blockiert das Iliosakralgelenk nicht mehr. Wirbelsäule wie auch Rücken werden gerader. Die Watteröllchen werden entsprechend verändert, bis die richtige Bisslage erreicht ist. Bei einem nochmaligen Muskeltest ist die Beinlängendifferenz dann verschwunden. Dies zeigt, wie sensibel der Körper reagiert.
 

Schienentherapie

 
Um die Wirbelsäule dauerhaft zu stabilisieren, muss die erreichte Bissposition mit einer Aufbissschiene reguliert werden. Dazu folgen die gleichen Tests, allerdings mit weichem Wachs (statt mit Watteröllchen). Der Zahntechniker fertigt mit der Wachsplatte eine Schiene an, die der Patient trägt und die regelmäßig kontrolliert wird. Nach einigen Wochen oder Monaten hat sich die schmerzhafte Nacken- und Rückenproblematik meist gebessert bzw. gar normalisiert.
 

Bissführungsschiene mit geschlossener Unterkieferfront

Bissführungsschiene mit geschlossener Unterkieferfront


 
Bissführungsschiene mit offener Unterkieferfront.

Bissführungsschiene mit offener Unterkieferfront.
Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber, 123RF (Teeramet Thanomkiat)


 
 


 

Das Interview zum Thema

Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetischbiologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 

Frau Dr. Weber, wie gehen Sie gegen Fehlbiss vor?

Dr. Weber: Mit einer Bissschienentherapie — allerdings erst nach Klärung der Ursache. Ein Fehlbiss kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, u. a. Zähneknirschen, eine frühere Gebisssanierung, bei der sich ein Unterbiss entwickelt hat, oder das Fehlen von Seitenzähnen. Aber auch eine nicht bemerkte funktionelle Beinlängendifferenz kann einen Fehlbiss bewirken. Die Folgen sind oft Kopf- und (Hals-)Wirbelsäulenschmerzen. In unserer Praxis führen wir spezielle Tests (Funktionelle Myodiagnostik, Meersseman-Test) durch, um eine Beinlängendifferenz sowie andere Abweichungen von der Körperstatik aufzuspüren und die richtige Bisslage zu finden. Diese Bisslage wird anschließend in Wachs fixiert und in eine Schiene umgesetzt.
 

Wie lange muss der Patient diese Bissführungsschiene tragen?

Dr. Weber: Das kann individuell sehr unterschiedlich sein. Manchmal muss sie der Patient nur vier Wochen tragen, oft dauert es allerdings länger. Wenn schon langjährig chronische Schmerzen bestehen, empfiehlt sich eine Kombination aus zahn- und allgemeinmedizinischen Maßnahmen.
 
Es gibt zudem weitergehende Möglichkeiten, um Körperstatik und Bisslage zu messen. Dazu ist eine genaue Dokumenation der Beschwerden vor und nach der Schienentherapie notwendig.
Beispielsweise kann man mit einem Messgerät präzise feststellen, ob und wie häufig Patienten nachts knirschen. Dies kann für die geeignete Behandlungsstrategie bzw. für die passende Zahnrestauration wichtig sein.
 

Sie bieten auch eine Schnarchtherapie mit Schienen an. Wie funktioniert das?

Dr. Weber: Zunächst muss geklärt werden, ob der Patient ein Fall für den Schlafmediziner ist, etwa bei schweren Formen des Schlafapnoe-Syndroms. Doch schon »harmloses« Schnarchen, also eine Störung des natürlichen Atmens durch die Nase, führt zu einem nicht-erholsamen Schlaf und mit der Zeit zu einer ernsten Schlaferkrankung.
 
Deshalb sollte man hier unbedingt vorbeugen, zumal sich Schnarchen im Alter verstärkt. Nach einer Klärung der Ursachen kann man oft mit Schnarchschienen helfen. Diese Schienen schieben den Unterkiefer etwas nach vorn, halten den hinteren Zungenraum im Rachen frei und wirken so einer Muskelerschlaffung entgegen.
 
 


 
Nacken- und Rückenschmerzen - Lösung in der Zahnmedizin

(TopFit, 01/2017 Jg. 17, S. 13)

 

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Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

Dr. Lena Kertag

Dr. Lena Kertag


 
 
Einige Menschen haben bis ins hohe Alter wunderbare Zähne. Andere schlagen sich mit schief gewachsenen oder ungleichmäßigen Zähnen herum. Hässliche Füllungen, abgebrochene oder verfärbte Zähne verleiden so manchem das Lächeln.
Bisweilen sind Zähne einfach nicht mehr zu retten. Die gute Nachricht: Zahnsanierungen und Zahnersatz sind heute besser denn je und lassen jeden wieder problemlos kauen — und lächeln.

     Von Dr. Lena Kertag
 
 

Prothetik klingt für viele Menschen gleich nach »Gebiss« im Wasserglas, doch zum weiteren Bereich der Prothetik gehören (Teil-)Kronen, Brücken, (Teil-)Prothesen und Implantate, die als Zahnersatz fungieren. Unter den Begriff »Zahnerhalt« fallen Inlays und Veneers (Keramikschalen). Die teils hauchdünnen Keramikschalen, die meist auf die Frontzähne aufgeklebt werden, sind die harmloseste Form eines Eingriffs. Sie kaschieren etwa einen abgebrochenen Zahn, zu kurze bzw. ungleichmäßige Zähne oder stark verfärbte Frontzähne.
 
Der Vorteil dieser Veneers, Laminates oder Lumineers:
Anders als bei Kronen kommt es – je nach Beschaffenheit der Zähne – zu gar keinem oder nur zu wenig Verlust der Zahnsubstanz. Mittlerweile gibt es sogar Veneers zum Ausprobieren, die nicht fest angeklebt werden – für alle, die erst einmal testen wollen, wie sie mit »neuen Zähnen « aussehen.
 
 

Biokompatible Materialien – strahlendes Lächeln

 
Für die Ästhetik gilt: Der beste Zahnersatz ist der, den man nicht sieht. Für die ganzheitliche Zahnmedizin sind noch zwei weitere Grundsätze wichtig: Die Materialien müssen biokompatibel sein. Und: Vor dem Zahnersatz kommt der Zahnerhalt.
 
Heute ist es möglich, mittels antiallergener Komposite viele »Zahndeformationen« – etwa kleine Lücken zwischen den Zähnen, schief gewachsene Zähne, unschöne Zahnhälse bei Parodontitis oder sogar abgebrochene Zähne – zu reparieren und nicht gleich, wie früher, mit Kronen zu versorgen.
 
Ist der Schaden größer, etwa weil der Zahnschmelz großteils beschädigt ist, muss der angegriffene Zahn allerdings mit einer Krone geschützt werden. Hier setzt sich immer mehr die Vollkeramik durch. Herkömmliche Kronen haben im Inneren Metallstrukturen, die in der Folge zu unschönen grauschwarzen Rändern am Zahnfleischrand führen können. Es können zudem allergische Reaktionen und Entzündungen des Zahnfleischs auftreten. Vollkeramik-Kronen sind dagegen gesundheitlich unbedenklich. Die in den letzten Jahren entwickelte Dentalkeramik ist mittlerweile widerstandsfähig, kaudruckstabil und langlebig. Und der ästhetische Vorteil: Vollkeramik ist schimmernd lichtdurchlässig – und sieht damit aus wie der Zahnschmelz natürlicher Zähne.
 
Auch bei Brücken und Implantaten aus Vollkeramik muss niemand mehr Angst vor der Gebiss-Anmutung früherer Tage haben. Sie sind stabil und ästhetisch ansprechend. Neben der Alternative »Einzelimplantat« gibt es in Bezug auf (Teil-)Prothesen auch Implantatbrücken oder implantatgestützte Totalprothesen.
 

Abb. 1: Zahnerhalt bei schiefen Zähnen mithilfe von Kompositen und Klebebrücke.
 

Abb. 2: Perfekte Ästhetik bei aussichtslosem Zahnerhalt mit Totalprothese.
 
(Fotos: Dr. med. Ilse-Phil Weber)

 


 

Das Interview zum Thema

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 

Frau Dr. Weber, Sie legen Wert auf ästhetische Zahnsanierung …

Dr. Weber: … Zunächst lege ich Wert auf die (Zahn-)Gesundheit und die Erhaltung von Zähnen — doch gleich danach kommt die ästhetisch ansprechende Sanierung ohne Metalle. Deswegen werden in unserer Praxis alle verwendeten Zahnmaterialien auf ihre Verträglichkeit hin überprüft. Wir arbeiten mit biokompatiblen, antiallergenen Kompositen für Füllungen sowie mit Vollkeramik bei Inlays, Veneers, Kronen und Brücken.
 
Mit Kompositen lassen sich erstaunliche Ergebnisse bei maximalem Erhalt von Zahnsubstanz erzielen. Vor elf Jahren habe ich einer älteren Dame, die sich eine jahrelange Zahnregulierung mit festsitzender Bebänderung nicht antun wollte, extrem schief gewachsene Zähne mit Kompositen und einer Klebebrücke modelliert — sie halten noch immer (siehe Aufmacherbild und Abb. 1). Sind Kronen, Brücken und Implantatkronen notwendig, ist Vollkeramik das Material der Wahl. Mittlerweile können wir die Natur fast perfekt nachahmen — und auch unschöne Zähne schön machen.
 

Wie haltbar sind metallfreie Prothesen?

Dr. Weber: Metallfreie Prothesen bzw. Teilprothesen gibt es schon seit Längerem auf dem Markt. Sie bestehen aus biokompatiblem Kunststoff. Bei richtiger Pflege sind sie sehr gut verträglich und auch haltbar. Durch die fehlenden Metallklammern können sie andere Zähne nicht schädigen und sind auch nicht als Prothesen sichtbar — was vor allem im Frontalbereich wichtig ist.
 

Was ist bei Zahnverlust sinnvoll, (Teil-)Prothesen oder Implantate?

Dr. Weber: Das kommt auf die Kieferverhältnisse und den Wunsch des Patienten an. Generell kann man sagen, dass Implantate aus Vollkeramik einen hohen Patientenkomfort garantieren. Sie fühlen sich im Prinzip wie echte Zähne an.
 
Zudem verhindern sie durch die kontinuierliche Kaubelastung die Rückbildung des Kieferknochens. Vollkeramik wird vom Körper gut angenommen, löst keine Allergien aus und minimiert zudem das Risiko von Periimplantitis, d. h. die Entzündung der den Implantathals umgebenden Schleimhaut und weitergehend die Entzündung des Zahnbetts.
Mittlerweile werden Implantate auch als Abstützung für größeren festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz eingesetzt.
Dafür genügen im Gegensatz zu Einzelimplantaten schon kleinere Implantate.

 
 


 
Natürliche Ästhetik - auch bei schwierigen Voraussetzungen

(TopFit, 04/2016 Jg. 16, S. 15)


 

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Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

  Früher mussten sich Menschen mit unschönen Zähnen einfach mit ihrem Schicksal abfinden. Heute kann man vieles therapieren bzw. ästhetisch verbessern.
Veneers kaschieren hässliche Frontzähne, Bleaching hellt das Lächeln auf, Implantate sind bei fehlenden Zähnen auf dem Vormarsch. Neuestes Thema sind Hyaluronsäure-Injektionen bei Parodontitis.

      Von Dr. Lena Kertag
 

 

topfit_2016-03-i01Die gute Nachricht vorweg:
Durch Vorsorge, nämlich durch die Professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt – die nun übrigens teilweise von der Gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird, – treten bestimmte Zahnerkrankungen seltener auf, etwa Karies. Viele Menschen sind heute zudem gesundheitsbewusster. Es hat sich herumgesprochen, dass sorgfältige Zahnpflege, gesunde Ernährung und Lebensführung auch für die Zahngesundheit wesentlich sind.
Allerdings geht Zahnärzten die Arbeit nicht aus: Parodontitiserkrankungen haben z. B. zugenommen.
 
Da wir immer älter werden, müssen wir uns auch mit altersbedingten Veränderungen der Zähne herumschlagen, etwa Karieserkrankungen durch Geweberückbildung (Wurzelkaries), Risse und Randspalten bei schlecht sitzendem Zahnersatz, Abrasionen und Erosionen des Zahnschmelzes etc. – oft begünstigt durch längeres »Aufschieben« des Zahnarztbesuchs.
Dabei ist die moderne Zahnmedizin eine Präventivmedizin. Sie will möglichst viele »Reparaturen« schon im Vorfeld abwenden. So ist etwa eine Parodontitis (PA) im Anfangsstadium gut behandelbar. Ganzheitlich orientierte Zahnmediziner haben zudem die Gesamtgesundheit – die Wechselbeziehung von Zähnen und Organismus – immer im Blick. Auch die weiße Ästhetik von Zahnsanierungen wird immer wichtiger.
 
 

Hyaluronsäure zur Parodontitistherapie

 
Hyaluronsäure (HA) – ein natürlicher Bestandteil unseres Bindegewebes – ist hauptsächlich als Mittel gegen Falten bekannt. Auch in der Zahnmedizin wird sie seit einigen Jahren eingesetzt, um unschöne schwarze Dreiecke zwischen den Zähnen zu minimieren. Hyaluronsäure polstert quasi die Papillen auf.
 
Nun wird Hyaluronsäure in Kombination mit Laser oder Ozon auch gezielt zur biologischen Therapie der marginalen Parodontitis (PA, die vom Zahnfleischrand ausgeht) angewendet, da sie einen hohen Schutz gegen schädliche Bakterien bildet. Hierzu gibt es ein neues HA-Präparat, das in einer klinischen Studie an PA-Patienten getestet wurde. Es besitzt antiinflammatorische und antiödematöse Effekte und wirkt auch als Radikalfänger. Im Vergleich zur Kontrollgruppe war der Erfolg einer PA-Taschenreduktion doppelt so hoch. Weitere positive Effekte waren, dass die notwendige Zahnfleischbehandlung weniger schmerzhaft ausfiel und auch die Wundheilung schneller verlief.
 
Auch wenn eine PA schon fortgeschritten ist, muss – neben der notwendigen Behandlung – die Ästhetik nicht zu kurz kommen. Unschöne lange Zahnhälse können mit biokompatiblen Kompositen stabilisiert werden, sodass die Zähne wieder relativ normal erscheinen. Das verbessert einerseits das Aussehen, andererseits dient es einem möglichst langen Zahnerhalt.
 

Ästhetische Sanierung: Hyaluronsäure-Injektion zur PA-Taschenreduzierung.

Ästhetische Sanierung:
Hyaluronsäure-Injektion zur PA-Taschenreduzierung.

Unschöne lange Zahnhälse bei Parodontitis können mit antiallergenen Kompositen aufgefüllt und modelliert werden.

Ästhetische Sanierung:
Unschöne lange Zahnhälse bei Parodontitis können mit antiallergenen Kompositen aufgefüllt und modelliert werden (siehe unten).

Fotos: Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber, Dr. med. dent. Frank Liebaug, fotolia.com (sebra)

Fotos: Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber, Dr. med. dent. Frank Liebaug, fotolia.com (sebra)


 


 

Das Interview zum Thema

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 

Frau, Dr. Weber, was kann man für seine Zahngesundheit tun?

Dr. Weber: Das A und O sind sorgfältige Zahnpflege, regelmäßige Zahnarztbesuche, Professionelle Zahnreinigung sowie eine zahngesunde Ernährung und die Vermeidung von Risikofaktoren (Stress, säurehaltiges Essen, Rauchen etc.). Zudem ist alles, was die Immunabwehr stärkt, auf jeden Fall viel Bewegung, etwa Ausdauersport, sinnvoll, denn kranke Zähne oder auch nur ein falscher Biss beeinflussen die Gesamtgesundheit.
Umgekehrt gilt: Kranke Zähne können Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben — bis hin zu Allergien, rheumatischen Krankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Sie legen Wert auf ästhetische Zahnsanierung …

Dr. Weber: … Zunächst geht es mir um die (Zahn-)Gesundheit — doch gleich danach um eine ästhetisch ansprechende Sanierung ohne Metalle. Alle verwendeten Zahnmaterialien werden in unserer Praxis auf ihre Verträglichkeit hin überprüft. Wir legen Wert auf biokompatible, antiallergene Komposite für Füllungen und »Schienung« von schon lockeren Zähnen oder Modellation von langen Zahnhälsen sowie auf Vollkeramik bei Veneers, Kronen, Brücken, Inlays, Prothesen und Implantaten.
Übrigens: Die neuen Komposite zeitigen ganz erstaunliche Ergebnisse bei maximalem Erhalt von Zahnsubstanz.
Man kann damit sogar abgebrochene Zähne restaurieren, ohne den Zahn für eine Krone abschleifen zu müssen. Und was die Prothetik betrifft:
Kronen, Brücken und Implantate aus Vollkeramik wirken am natürlichsten.
Es gibt dadurch auch keine unschönen schwarzen Ränder mehr. Wir können die Natur mittlerweile fast perfekt nachahmen — und auch unschöne Zähne schön machen.

Sie haben bereits Erfahrung mit der neuen HA-Therapie?

Dr. Weber: Bisher war unter die Papille gespritzte Hyaluronsäure als ästhetische Korrektur hilfreich. Die neue HA-Behandlung mit Laser wird nun auch direkt zur Therapie von Parodontitis eingesetzt. Sie hat einen positiven Einfluss auf die Knochenregeneration und die Wundheilung, da sie eine Blockade für Keime bildet. Hyaluronsäure scheint zudem bei der Neustrukturierung von defekten Gewebezellen als Regulator zu fungieren. Die Hyaluronsäure hat es in sich: Positive Effekte zeigen sich auch bei der Behandlung von Zahnfleischentzündung mit einem Hyaluronsäure-Gel.

 
 


 
Hyaluronsäure — für Therapie und Ästhetik

(TopFit 3/2016, Jg. 16, S.13)

 

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Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

  Kommt Ihnen das bekannt vor?
Morgens beim Aufwachen ist das Gesicht verspannt, der Nacken schmerzt. Oder Sie wachen völlig gerädert auf, als hätten Sie gar nicht richtig geschlafen. Dann sollten Sie vielleicht einmal zum Zahnarzt gehen, denn im ersten Fall könnte es sich um eine Zahnfehlstellung handeln, die Ihnen zu schaffen macht, im zweiten um Schnarchen. Und ja — auch wenn Sie schnarchen, sind Sie beim Zahnarzt erst mal richtig.

   Von Dr. Lena Kertag
 

 

Bissführungsschiene (Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber, Dr. Hinz KFO Labor)

(Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber, Dr. Hinz KFO Labor)


Zähneknirschen (Bruxismus) ist ein Problem unserer Zeit. Schätzungsweise 30  Prozent der Bevölkerung sind betroffen, zu einem Großteil Frauen im mittleren Alter. Vermutlich spielt anhaltender Stress eine Rolle. Auch Kinder können zu Zähneknirschen neigen, wenn die zweiten Zähne kommen. Dann werden störende Stellen sozusagen »eingeschliffen«. Die Folgen des nächtlichen Mahlens sind u. a. Schädigungen der Zähne an den Schneidekanten und Kauflächen oder Risse im Zahnschmelz.
 
Daneben gibt es andere Faktoren wie schlecht sitzende Füllungen oder Zahnersatz. Auch Haltungsschäden, etwa ein Beckenschiefstand oder eine Beinlängendifferenz, können sich auf die (Hals-)Wirbelsäule und weiter auf die Kiefergelenke und das Kausystem auswirken.
 
Generell haben chronische Anspannungsreaktionen welcher Art auch immer negative Auswirkungen auf Zahngesundheit und Allgemeingesundheit.
Neben psychischen und verschiedenen körperlichen Auswirkungen, wie etwa erhöhter Blutdruck oder Schwächung der Immunabwehr, kann sich die ganze Situation im Mund-Kiefer-Bereich verändern. Bei Verdauungsstörungen wird der Speichel sauer, was zu einer Erosion der Zähne führen kann. Auf Stress reagieren die Gesichtsmuskeln und mit ihnen die Kaumuskeln, was nicht nur zu Zähneknirschen, sondern auch zu Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Trigeminusneuralgien führen kann. Schätzungsweise gehen rund 50 Prozent aller Trigeminusneuralgien auf einen Fehlbiss (oder einen Fehlbiss durch falsch sitzenden Zahnersatz) zurück.
 

Bissführungsschienen

Bissführungsschiene mit offener Unterkieferfront.

Bissführungsschiene mit offener Unterkieferfront.

Gegen nächtliches Zähneknirschen und vermehrten Zahnabrieb hilft eine speziell angepasste COPA-(Craniomandibulärer-Orthopädischer-Positionierungs-Apparat)-Schiene. Sie stellt die richtige Kaufunktion wieder her und beseitigt so auch oft chronische Schmerzen.
Wichtig ist hier allerdings Ursachenforschung.
Ein Fehlbiss kann sich auch aufgrund anderer körperlicher Ursachen entwickeln, neben Haltungsschäden, etwa durch ein Schleudertrauma oder sogar durch falsche Atmung.
 

Schnarchtherapie

Intraorales Zweischienen-System zur Schnarchtherapie.

Intraorales Zweischienen-System zur Schnarchtherapie.
(Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber, Dr. Hinz KFO Labor)

Schnarchen – hier sind vermehrt Männer betroffen – kann ebenfalls ein Fall für Zahnmediziner sein. Es gibt verschiedene Ausprägungen des Schnarchens, daher muss zunächst die Ursache ermittelt werden, also ob es sich um eher »harmloses« Schnarchen handelt oder aber um eine obstruktive Schlafapnoe, d.h. Schnarchen mit zeitweiligem Atemstillstand. Beide Formen haben eine verminderte Leistungsfähigkeit zur Folge bzw. führen im Extremfall zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
 
Eventuell werden Betroffene in ein Schlaflabor überwiesen. Doch oft können Zahnärzte etwas tun. Abhilfe schafft – mit Ausnahme extremer Formen – eine intraorale Schnarchtherapie-Schiene, die Zunge und Unterkiefer etwas nach vorn schiebt und damit den Rachenraum frei hält.

 


 

Das Interview zum Thema

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in MünchenSendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e.V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u.a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Faltenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 

Frau Dr. Weber, wie gehen Sie gegen Zähneknirschen und Fehlbiss vor?

Dr. Weber: Mit einer Bissschienentherapie — allerdings erst nach Klärung der Ursache.
Ein Fehlbiss kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, u. a. Zähneknirschen, eine frühere Gebisssanierung, bei der sich ein Unterbiss entwickelt hat, oder das Fehlen von Seitenzähnen. Auch eine gar nicht bemerkte Beinlängendifferenz kann einen Fehlbiss bewirken. Die Folgen sind oft Kopf-, Halswirbelsäulen- und Rückenschmerzen.
In unserer Praxis führen wir spezielle Tests durch, um die richtige Bisslage zu finden. Wichtig sind dabei u. a. der Muskeltest (myofunktionelle Therapie, früher:
Applied Kinesiology) und eine Analyse der Beinlängendifferenz sowie andere Abweichungen von der Körperstatik. Beim Mersemann-Test zur Ermittlung einer Beinlängendifferenz wird die Bisssituation mit Watteröllchen im Mund ausgetestet. Der Patient geht dabei immer wieder im Raum umher, dann werden die Watteröllchen entsprechend verändert, bis die richtige Bisslage erreicht ist.
Diese neue Lage wird anschließend in Wachs fixiert, um die exakte Bisssituation in eine Schiene umzusetzen.

 

Wie lange muss der Patient eine Bissführungsschiene tragen?

Dr. Weber: Das kann individuell sehr unterschiedlich sein. Oft muss sie der Patient nur vier Wochen tragen, bisweilen dauert es allerdings länger. Wenn schon langjährig chronische Schmerzen bestehen, empfiehlt sich eine Kombination aus zahn- und allgemeinmedizinischen Maßnahmen.

 

Sie bieten auch Schnarchtherapie mit Schienen an. Wie funktioniert das?

Dr. Weber: Zunächst muss geklärt werden, ob der Patient ein Fall für den Schlafmediziner ist, etwa bei schweren Formen des Schlafapnoe-Syndroms. Doch schon »harmloses« Schnarchen, für das wir zuständig sind, führt zu einem nicht-erholsamen Schlaf und mit der Zeit zu einer ernsten Schlaferkrankung.
Deshalb sollte man hier unbedingt vorbeugen, zumal sich Schnarchen im Alter verstärkt. Nach einer Klärung der Ursachen kann man oft mit einer Schnarchschiene helfen. Die Schienen schieben den Unterkiefer etwas nach vorn, halten den hinteren Zungenraum im Rachen frei und wirken einer Muskelerschlaffung entgegen.

 
 


 
Den richtigen Biss finden

(TopFit 2/2016, Jg. 16, S.15)

 

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Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

  Gute Zähne tragen wesentlich zu Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und vor allem zur Gesundheit bei — ein Aspekt, der sich mit zunehmendem Alter immer stärker bemerkbar macht. Kranke Zähne, falscher Biss oder Parodontitis sind Risikofaktoren für eine Reihe von Zivilisationskrankheiten.
   Von Dr. Lena Kertag
 

 

Ästhetische Sanierung (Foto: Fotolia - Ocskay Bence)

Foto: Fotolia (Ocskay Bence)


Wer denkt schon an Zähne als Verursacher oder Risikofaktoren für ganz andere Erkrankungen oder Befindlichkeitsstörungen?
 
Doch Zahnlücken oder ein falscher Biss aufgrund von schlecht sitzendem Zahnersatz sind nicht allein ein ästhetisches Problem. Sie beeinflussen auch die Körperstatik und können etwa Kopf- und Rückenschmerzen verursachen.
 
Die größte Gesundheitsgefahr stellt jedoch eine infektiöse Dauerbelastung durch chronische Entzündungen des Zahnfleisches (Gingivitis) bzw. des Zahnhalteapparats (Parodontitis) dar.
 
 
 

Gesundheitskiller Parodontitis

Die Zusammenhänge zwischen Parodontitisbakterien aus Zahnbelägen und Zahnfleischtaschen und einigen unserer Wohlstandskrankheiten sind mittlerweile belegt. Die Bakterien können nämlich in die Blutbahn gelangen und dort zirkulieren. Auf diese Weise erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Keime rufen Gefäßveränderungen hervor, die zu Arterienverkalkung führen und einen Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen. Besteht gleichzeitig ein metabolisches Syndrom (bauchbetonte Fettleibigkeit, Bluthochdruck, erhöhte Blutfett- und Glukosewerte) steigt das Risiko für eine koronare Herzerkrankung enorm an.
Eine Wechselbeziehung besteht bei Diabetes mellitus. Eine Parodontitis-Behandlung verbessert den Diabetes-Status. Umgekehrt gilt: Je besser der Blutzucker eingestellt ist, desto erfolgreicher die Parodontitis-Behandlung.
Parodontitisbakterien spielen auch bei chronischen Atemwegserkrankungen eine Rolle. Die Erreger werden aus Mundhöhle oder Rachen eingeatmet. Vor allem bei älteren Menschen können dann Lungenentzündung, chronische Bronchitis oder ein Lungenemphysem auftreten bzw. sich verschlimmern – vor allem wenn noch Zigarettenrauch, Staub und Gase hinzukommen.
Zusätzliche schlechte Mundhygiene erhöht das Risiko um das Fünffache.
Eine Parodontitis während der Schwangerschaft kann das Geburtsgewicht beeinflussen und erhöht zudem das Risiko einer Frühgeburt.
Das Immunsystem, bestimmte Bakterien und höheres Lebensalter sind zwar die Hauptursachen für eine Parodontitis, jedoch spielen verschiedene Risikofaktoren, etwa genetische Veranlagung, schlechte Mundhygiene, Rauchen, Zähneknirschen und eine unausgewogene Ernährung, ebenfalls eine Rolle.
 

Was tun?

Das A und O sind sorgfältige Zahnpflege, regelmäßige Zahnarztbesuche, Professionelle Zahnreinigung (PZR) sowie eine zahngesunde Ernährung und die Vermeidung von Risikofaktoren (Stress, Rauchen etc.). Eine Parodontitis im Anfangsstadium ist gut behandelbar. Allerdings benötigen Betroffene kürzere Abstände für die PZR und eine lebenslange regelmäßige Nachsorge, um ihre Zähne möglichst lang zu erhalten – und ihre Gesundheit nicht zu gefährden.
 

Unschöne lange Zahnhälse bei Parodontitis

Ästhetische Sanierung:
Unschöne lange Zahnhälse bei Parodontitis

können mit anitallergenen Kompositen »geschient« werden.

können mit anitallergenen Kompositen »geschient« werden.
(Fotos: Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber)

 


 

Das Interview zum Thema

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e.V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u.a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 

Frau Dr. Weber, die Parodontitis ist auf dem Vormarsch. Wie lässt sie sich behandeln?

Dr. Weber: Parodontitis (PA) ist nicht nur ein isoliertes Krankheitsbild, sondern eine systemische Erkrankung.
Deshalb braucht es eine differenzierte Diagnostik und eine ebenso differenzierte Therapie. Bei bestehender PA ist ein enger Recall für die Professionelle Zahnreinigung, etwa alle drei bis sechs Monate, wichtig. Neben der Kürettage und Reinigung der Zahnfleischtaschen suchen wir individuell nach Alternativen.
Dazu gehören — je nach Patient — Ernährungsumstellung, homöopathische Antibiotika, ätherische Öle u. a. Als hilfreich hat sich die Gabe von Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Rapsöl) erwiesen.
Eine neue Therapie ist die Behandlung mit effektiven Mikroorganismen (EM), die den — neben der bestehenden Entzündung — fortschreitenden Knochenabbau stoppen kann. Zudem ist alles, was die Immunabwehr stärkt, etwa Ausdauersport, sinnvoll.

 

Es gibt auch eine genetische Disposition für PA, die teilweise schon jüngere Menschen betrifft …

Dr. Weber: Das ist richtig, wir führen hierzu spezielle Blut- und Speicheltests durch, um den Immunstatus zu bestimmen.
Da außerdem die Anzahl von Allergien steigt, ist ein Test zur Ausschaltung von Unverträglichkeitsreaktionen auf Zahnmaterialien erforderlich — ein Test, den wir schon bei der Prophylaxe anbieten. Grundsätzlich gilt: Mit der rechtzeitigen und individuell richtigen Behandlung kann man die PA fast immer stoppen.

 

Zahnerhalt steht für Sie an erster Stelle, doch sind wacklige Zähne mit langen Hälsen die Alternative?

Dr. Weber: Manchmal sind Zähne nicht mehr zu retten, doch bis es soweit ist, kann man noch einiges tun. Die langen unschönen Zahnhälse bei PA kann man etwa mit antiallergenen Kompositen, teilweise zusätzlich mit einem Glasfaserverbund, »schienen« und so stabilisieren. Hyaluronsäure ist bei zurückgezogenem Zahnfleisch hilfreich, sie wird unter die Papille gespritzt. Auf diese Weise verschwinden die unschönen leeren Dreiecke zwischen den Zähnen. Eigene Zähne sind natürlich immer besser als Zahnersatz, doch falls Zähne nicht erhalten werden können:
Die Zahntechnik schreitet mittlerweile rasant voran, und Brücken, Prothesen und Implantate werden immer besser.
Es gibt sie alle in biokompatibler Vollkeramik.

 
 


 
Gesunde Zähne - unverzichtbar für die Allgemeingesundheit

(TopFit 1/2016, Jg. 16, S. 13)

 

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Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

  Patienten und Zahnmediziner stellen immer höhere Ansprüche — sowohl an den Tragekomfort als auch an die Ästhetik von Zahnsanierungen und Prothetik. Heute sieht man niemand mehr an, ob er »von Natur aus« schöne Zähne besitzt oder ob diese saniert bzw. ersetzt sind.
   Von Dr. Lena Kertag
 

 

Foto: Fotolia (Michael Tieck)

Foto: Fotolia (Michael Tieck)


 
 
Zahnmedizin und Zahntechnik haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt.
Auch wer mit hässlichen Zähnen oder mit Zahnproblemen geschlagen ist, kann lächelnd in die Zukunft blicken. Unschöne dunkle Kronenränder und schlecht sitzender Zahnersatz sollten ein Phänomen der Vergangenheit sein.
 
 
 

Komposite & Veneers — maximaler Zahnerhalt

Viele Menschen haben eine kleine Lücke zwischen den Schneidezähnen. Wer das nicht apart findet, kann etwas dagegen tun. Mit – mittlerweile antiallergenen – Kompositen kann man sie schließen. Dabei werden die Komposite schichtweise modelliert, ohne dass, wie etwa bei Kronen, der Zahn abgeschliffen werden muss. Dies ist auch das Mittel der Wahl bei abgebrochenen Zähnen. Ebenso können damit lange Zahnhälse bei Parodontitis optisch »geschient« werden.
Veneers, die hauchdünnen Keramikschalen, zaubern wunderbare neue Zähne bei maximal möglichem Zahnerhalt. Die Transluzenz der Veneers sorgt für ein natürliches Erscheinungsbild.
Wer einem solchen Eingriff noch etwas skeptisch gegenübersteht: Es gibt neuerdings Veneers zum »Probetragen«. Manche Menschen wollen ihr neues Lächeln erst einmal ausprobieren, manche können mit den wieder abnehmbaren Haftschalen sogar problemlos beißen und kauen.
 

Kronen & Brücken — nur aus Keramik

Kronen sind wie übergestülpte Käppchen, die über die natürlichen, aber etwas reduzierten Zähne zum Zahnerhalt zementiert werden, wenn das Zahnhartgewebe großteils zerstört ist.
Aus Gesundheitsgründen sind hierbei (metallfreie) Vollkeramikkronen vorzuziehen, sie sind auch ästhetisch optimal. Das gilt ebenso für Brücken, die eine Zahnlücke kaschieren – sofern noch zwei Zähne als Brückenpfeiler dienen können.
 

Implantate & Keramikzahnersatz — perfekte »Lückenbüßer«

Mittlerweile werden fehlende Zähne zunehmend durch Implantate ersetzt. Sie kommen den natürlichen Zahnverhältnissen im Mund am nächsten. Seit einiger Zeit gibt es neben den bisherigen Titanimplantaten auch Keramikimplantate, die nicht nur gesünder sind, sondern bei denen auch, falls sich das Zahnfleisch zurückziehen sollte, keine schwarzen Metallränder der Titanimplantate zu sehen sind.
Wer vor einem operativen Eingriff dieser Art zurückschreckt und eine schnellere Lösung will, für den gibt es metallfreie Prothesen in mehreren Varianten. Eine davon sind die immer beliebteren metallfreien Prothesen mit unsichtbaren Teleskopkronen (Bild 3). Ein absolut natürliches Erscheinungsbild ergeben die sehr dünnen und biegbaren herausnehmbaren Prothesen mit durchsichtig-fleischfarbenen Klammern (Bild 5).
 

Minimalinvasive Sanierung eines abgebrochenen Zahns mit Veneer

(Bild 1)


Minimalinvasive Sanierung eines abgebrochenen Zahns mit Veneer

Minimalinvasive Sanierung eines abgebrochenen Zahns mit Veneer (Bild 2)
(Fotos: Excellence25 GmbH)


Herausnehmbare metallfreie Teilprothese

Herausnehmbare metallfreie Teilprothese (Bild 3)


zum Vergleich: herkömmliche Metallprothese

– zum Vergleich: herkömmliche Metallprothese (Bild 4)
(Fotos: Dentallabor Hamann)


Flexible Kunststoffprothese, die mit durchsichtig-fleischfarbenen Klammern an den letzten eigenen Zähnen befestigt wird.

Flexible Kunststoffprothese, die mit durchsichtig-fleischfarbenen Klammern an den letzten eigenen Zähnen befestigt wird. (Bild 5)
(Foto: Johannes Weithas KG)


 


 

Das Interview zum Thema

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 

Frau, Dr. Weber, Sie sind ganzheitliche Zahnmedizinerin, legen aber großen Wert auf Ästhetik. Sind Gesundheit und Ästhetik gleichwertig?

Dr. Weber: Sie gehören für mich unabdingbar zusammen. Zunächst geht es um (Zahn-)Gesundheit, d.h. um Prophylaxe und um Zahnerhalt — doch gleich danach um eine sowohl biokompatible als auch ästhetisch ansprechende Sanierung. So ermöglichen etwa neue antiallergene Komposite ganz erstaunliche Ergebnisse bei maximalem Erhalt von Zahnsubstanz. Keramikimplantate ersetzen fehlende Zähne optimal. Wir können die Natur mittlerweile fast perfekt nachahmen — und auch unschöne Zähne schön machen.
 

Die Implantologie hat einen enormen Aufschwung erlebt. Wann sind Implantate sinnvoll?

Dr. Weber: Implantate, genauer gesagt biokompatible Keramikimplantate, ahmen die natürlichen Mund-Kiefer-Verhältnisse am besten nach. Die künstlichen Zahnwurzeln beugen einer Rückbildung des Kieferknochens vor. Allerdings ist dazu ein kleiner kieferchirurgischer Eingriff erforderlich, bisweilen auch ein größerer, das hängt von der Beschaffenheit des Kieferknochens ab. Implantate erfordern zudem Geduld, sie müssen erst einwachsen. Für Patienten, die vor einer OP zurückschrecken und auch eine schnelle Zahnersatzlösung wollen, gibt es (herausnehmbare) Prothesen aller Art. Sie reichen von Brücken über Prothesen mit Teleskopkronen bis hin zu den relativ neuen biegbaren Prothesen mit metallfreien Klammern.
 

Sie plädieren für Metallfreiheit und Prophylaxe …

Dr. Weber: … Professionelle Prophylaxe ist unabdingbar — zum Schutz der Zähne, der allgemeinen Gesundheit und natürlich auch, um die beschriebenen Zahnrestaurationen möglichst lange zu erhalten.
Parodontitispatienten etwa brauchen einen engen Prophylaxe-Recall gegen die sonst wiederkehrenden Entzündungen.
In unserer Praxis führen wir im Rahmen der Prophylaxe nicht allein eine Reinigung durch, sondern u. a. auch (Speichel-)Tests, mit denen schädliche Bakterien und Metallreizungen im Mund festgestellt werden.
Alle Zahnmaterialien werden auf ihre Verträglichkeit hin überprüft. Wir legen Wert auf biokompatible, antiallergene Komposite für Füllungen sowie Vollkeramik bei Veneers, Kronen, Brücken, Inlays, Prothesen und Implantaten.
 
 


 
Ein schönes Lächeln mit perfekt ästhetischen Zähnen

(TopFit 4/2015, Jg. 15, S. 19)

 

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Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

  Parodontitis, die Entzündung und Zerstörung des Zahnhalteapparats, ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden. Das im Volksmund »Parodontose« genannte Phänomen breitet sich immer mehr aus — trotz aller Aufklärung und Recalls. Nun gibt es einen neuen Therapieansatz.
   Von Dr. Lena Kertag
 

 
Parodontitis (PA) zeichnet sich durch Entzündung und Knochenabbau aus. Auf diese Weise entstehen dauerhafte Eingangspforten für pathogene Erreger, die dann nicht nur zu Zahnverlust führen, sondern auch Entzündungsreaktionen im ganzen Organismus hervorrufen können. Heute ist der Zusammenhang zwischen Parodontitis (PA) und Folgeerkrankungen wie erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes, Atemwegs- und rheumatische Erkrankungen nachgewiesen.
 

Optische Sanierung: Unschöne freiliegende Zahnhälse bei PA können mit Kompositen und Glasfaserverbund »geschient« werden.

Optische Sanierung:
Unschöne freiliegende Zahnhälse bei PA können mit Kompositen und Glasfaserverbund »geschient« werden.


(Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber)

(Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber)


 

Die Immunabwehr stärken

Bei PA ist zweierlei notwendig: die Bekämpfung der pathogenen Keime und das Aufhalten des Knochenabbaus bzw. idealerweise die Aktivierung von Knochenaufbau. Wichtigste Prävention bei bestehender PA ist – wie bisher auch – ein enger Recall für die Professionelle Zahnreinigung (PZR), etwa alle drei bis vier Monate.
Dabei erfolgt u. a. eine subgingivale Reinigung (der Zahnfleischtaschen). Ein neuer Ansatz ist eine probiotische Therapie mit sogenannten effektiven Mikroorganismen (EM). Sie lässt Mikrowunden schneller heilen, stärkt die Selbstheilungskräfte und verhindert somit schwere Infektionen.
EM werden in Form von Zahncreme, Flüssigseife und Darmsanierung in die übliche PA-Behandlung (u. a. Ernährungsumstellung, Ozontherapie) miteinbezogen.
 
Effektive Mikroorganismen beeinflussen die Zusammensetzung der »nützlichen« und der »schädlichen« Keime des Menschen. Von einer Billiarde Mikroorganismen im menschlichen Körper sind gut 90 Prozent auf der Haut, im Mund und im Darm aktiv. Die drei Bereiche müssen behandelt werden – mit Zahncreme für den Mund, Nahrungsergänzung für den Bauch (laut einer Masterstudie ist eine gestörte Dünndarmfunktion bei PA-Patienten signifikant häufiger) und Duschgel für die Haut.
 

Den Knochenabbau stoppen

Die Bekämpfung der Entzündungsreaktionen und die Stärkung der Immunabwehr sind das eine, der Stopp des Knochenabbaus ist das andere.
Denn pathogene Keime verursachen zwar Entzündungen – aber keinen Knochenabbau.
Dafür sorgen die sogenannten Osteoklasten im Knochen. Zur Bekämpfung des Knochenabbaus wird ein »Antibiotikum«, nämlich Doxycyclin (meist als Gel), eingesetzt. Dieses Medikament aus der Gruppe der Tetracycline hat neben seiner schwachen antibiotischen Wirkung eine wichtige zweite Eigenschaft: Es dient als Kollagenasehemmer.
Eine lokale Anwendung eines speziellen Doxycyclins in dieser »nicht-antibiotischen« Funktion kann den Knochenabbau stoppen.
Auch bei PA-Patienten wollen verantwortliche Zahnmediziner die Zähne des Betroffenen möglichst lange erhalten – denn die eigenen Zähne haben immer eine bessere Prognose als Implantate.
 


 

Nachgefragt

Über Parodontitis sprach TOPFIT mit der Zahnärztin Dr. Ilse-Phil Weber.
 

Frau Dr. Weber, kann die Prognose für PAPatienten durch Professionelle Prophylaxe verbessert werden?

Dr. Weber: Ganz sicher. Denn dazu gehören nicht nur die Reinigung von Zähnen, Zunge und Wurzelansatz, sondern in unserer Praxis auch eine Anamnese und Austestung von anderen Erkrankungen bzw. Grunderkrankungen des Patienten. Oft muss z. B. das Immunsystem gestärkt werden.
Pathogene Bakterienbelastungen entstehen u. a. in einem kranken oder gestörten Darmmilieu.
Metalle im Mund, etwa bei Amalgamfüllungen, metallhaltigen Kronen oder Titanimplantaten, sind oft ein Problem. Sogar minimale Beinlängendifferenzen wirken sich auf den Kauapparat aus.
 

Welche alternativen Behandlungsmethoden setzen Sie ein?

Dr. Weber: Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Parodontitis kein isoliertes Krankheitsbild ist, sondern eine systemische Erkrankung — mit negativen Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit. Neben der Kürettage und Reinigung von Zahnfleischtaschen suchen wir ganz individuell nach Alternativen, etwa Ernährungsumstellung, antibiotisch wirkende Homöopathika u. a. Eine ganz neue Therapie ist die Behandlung mit effektiven Mikroorganismen, mit der wir gerade positive Erfahrungen machen. Mit der rechtzeitigen und individuell richtigen Behandlung kann der PA fast immer Einhalt geboten werden.
 

PA ist ein multifaktorielles Geschehen …

Dr. Weber: … richtig. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, etwa Zahnbelag (Zahnstein), Rauchen, Darmbelastung, Schwermetallvergiftung, Blasenschwäche, Mangelerscheinungen, Stress. Daneben besteht eine genetische Disposition. PA hat natürlich auch mit dem Alter zu tun – im Lauf eines Lebens werden Knochen und Zähne stark belastet.
Es gibt zudem Wechselwirkungen mit anderen Grunderkrankungen, etwa bei Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes.
 

Sie plädieren für Zahnerhalt — doch sind wacklige Zähne die Alternative?

Dr. Weber: Bisweilen sind die Zähne nicht mehr zu retten, doch vorab lässt sich noch vieles tun — übrigens auch ästhetisch. Man kann die langen, unschönen Zahnhälse bei PA »schienen« und sie so stabilisieren. Eigene Zähne sind immer besser als Implantate oder andere Prothesen. Für eine Sanierung überprüfen wir übrigens alle Zahnmaterialien auf ihre Verträglichkeit beim Patienten.
Wir legen Wert auf biokompatible, für Allergiker geeignete Komposite für Füllungen und Schienungen sowie auf Vollkeramik bei Inlays, Kronen und Implantaten.
 


 

Zur Person

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber
betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist auch in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 
 


 
Parodontitis - neue Behandlung mit effektiven Mikroorganismen

(TopFit 3/2015, Jg. 15, S. 15)

 

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Diagnose & Therapie – Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

  Vorsorge ist wichtig. Eine professionelle Zahnprophylaxe deckt nicht allein Zahnprobleme frühzeitig auf, sondern sie kommt — sofern sie von ganzheitlichen Zahnmedizinern durchgeführt wird — auch Leiden auf die Spur, die wir gar nicht mit unseren Zähnen in Zusammenhang bringen. Und bei manchen kann man hier mit einfachen mechanischen Mitteln Abhilfe schaffen.
   Von Dr. Lena Kertag
 

 
Wer regelmäßig zu einer Prophylaxe bei ganzheitlichen Zahnmedizinern geht, kann frühzeitig größeren Zahnschäden, aber auch körperlichen Erkrankungen vorbeugen.
Bei einer solchen Prophylaxe werden nicht nur Zähne und Zunge von Belägen gereinigt, sondern es gibt z. B. Tests zur Verträglichkeit von Dentalmaterialien.
Auch Störfelder, die sich nicht nur auf die unmittelbare Umgebung im Mund-Kiefer-Bereich, sondern auf andere Organe im Körper auswirken können bzw. von dort aus wirken, sind ein Thema. Ganzheitliche Zahnmediziner haben immer die Gesamtgesundheit des Patienten im Blick und bieten daher bei Problemen spezielle Untersuchungen an, um den Ursachen auf die Spur zu kommen.
 
In diesem Zusammenhang kommt auch ein Problem unserer Zeit ins Spiel: Stress. Chronische Anspannungsreaktionen haben meist negative Auswirkungen auf die Zahngesundheit.
Neben bekannten psychischen und allgemeinkörperlichen Auswirkungen, wie etwa erhöhter Blutdruck oder Schwächung der Immunabwehr, kann sich auch die Situation im Mund-Kiefer-Bereich verändern. Bei Verdauungsstörungen wird der Speichel sauer, was zu einer Erosion der Zähne führen kann. Auf Stress reagieren die Gesichtsmuskeln und mit ihnen die Kaumuskeln, was zu Zähneknirschen, vermehrtem Zahnabrieb, aber auch zu Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Trigeminusneuralgien führen kann. Schätzungsweise gehen rund 50 Prozent aller Trigeminusneuralgien auf einen Fehlbiss (oder einen Fehlbiss durch falsch sitzenden Zahnersatz) zurück.
Oft werden erst bei einer professionellen Zahnprophylaxe ein verfrühter Verlust der Zahnsubstanz, Fehlbiss und die Mitschuld von Zähnen an ganz anderen Schmerzen erkannt.
 
 

Bissführungsschienen gegen Fehlbiss und Zahnabrieb

Gegen nächtliches Zähneknirschen und vermehrten Zahnabrieb hilft eine speziell angepasste COPA-(Craniomandibulärer-Orthopädischer-Positionierungs-Apparat)-Schiene. Sie stellt die richtige Kaufunktion wieder her und beseitigt so auch oft chronische Schmerzen.
Wichtig ist hier allerdings Ursachenforschung.
Ein Fehlbiss kann sich auch aufgrund anderer körperlicher Ursachen entwickeln, etwa nach einem Schleudertrauma, bei einer Beinlängendifferenz oder sogar bei falscher Atmung.
 
 

Schnarchtherapie

Schnarchen kann ein weiterer Fall für Zahnmediziner sein. Wenn sich bei der Prophylaxe herausstellt, dass der Patient schnarcht, wird weiter geforscht. Da es verschiedene Ausprägungen des Schnarchens gibt, muss zunächst die Ursache ermittelt werden, also ob es sich um eher »harmloses« Schnarchen handelt oder aber um eine obstruktive Schlafapnoe, d. h. Schnarchen mit zeitweiligem Atemstillstand. Beide Formen haben eine verminderte Leistungsfähigkeit zur Folge bzw. führen im Extremfall zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außer in schweren Fällen kann man hier oft mit einer Schnarchtherapie-Schiene helfen.
 
 

Intraorales Zweischienen-System zur Schnarchtherapie

Intraorales Zweischienen-System zur Schnarchtherapie


Bissführungsschiene mit geschlossener Unterkieferfront

Bissführungsschiene mit geschlossener Unterkieferfront


Bissführungsschiene mit offener Unterkieferfront

Bissführungsschiene mit offener Unterkieferfront

(Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber, Dr. Hinz KFO Labor)

 


 

Das Interview zum Thema

TopFit 2013-04- Abb02 Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Faltenunterspritzung bei Lippen und Mund.
 
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Frau Dr. Weber, was ist normal, wenn sich Zähne abnutzen, was nicht?

Dr. Weber: Mit zunehmendem Alter nutzen sich unsere Zähne auf mehr oder weniger natürliche Weise ab. Das beginnt übrigens bereits beim Zähneputzen. Es gibt jedoch einen Verlust an Zahnsubstanz, der viel früher einsetzt. Daran ist oft eine stressbedingte Abrasion schuld, etwa durch nächtliches Zähneknirschen und Fehlbiss, aber auch durch eine falsche Ernährung. Der ständige Genuss von säurehaltigem Essen und Getränken — von Orangen bis zu Cola und Wein — führt zu einer frühzeitigen Erosion der Zähne.
 
 

Wie gehen Sie gegen Fehlbiss vor?

Dr. Weber: Mit einer Bissschienentherapie — allerdings erst nach Klärung der Ursache.
Ein Fehlbiss kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, u. a. etwa eine frühere Gebisssanierung, bei der sich ein Unterbiss entwickelt hat, oder das Fehlen von Seitenzähnen, Zähneknirschen, eine Beinlängendifferenz. Die Folgen sind oft Kopf-, HWS- und Rückenschmerzen.
In unserer Praxis führen wir spezielle Tests durch, um die richtige Bisslage zu finden. Wichtig sind dabei u. a. der Muskeltest (Applied Kinesiology) und eine Analyse der Beinlängendifferenz sowie andere Abweichungen von der Körperstatik. Die neue Bisslage wird anschließend in Wachs fixiert, um die exakte Bisssituation in eine Schiene umzusetzen. Oft muss sie der Patient nur vier Wochen tragen, manchmal dauert es allerdings länger.
 
 

Sie bieten auch Schnarchtherapie mit Schienen an. Wie funktioniert das?

Dr. Weber: Zunächst muss geklärt werden, ob der Patient ein Fall fürs Schlaflabor bzw. den Schlafmediziner ist. Es gibt schwere Formen des Schlafapnoe-Syndroms. Doch schon »harmloses« Schnarchen, für das wir zuständig sind, führt zu einem nicht-erholsamen Schlaf und mit der Zeit zu einer ernsten Schlaferkrankung. Deshalb sollte man hier unbedingt vorbeugen, zumal sich Schnarchen im Alter verstärkt. Nach einer Klärung der Ursachen für das Schnarchen kann man hier oft mit einer Schnarchschiene helfen.
Solche Schienen schieben den Unterkiefer etwas nach vorn und halten so den hinteren Zungenraum im Rachen frei. Auf diese Weise wirken sie einer Muskelerschlaffung entgegen.
 
 


 
Prophylaxe gegen Abnutzung, Fehlbiss und Schnarchen

(TopFit 2/2015, Jg. 15, S. 19)

 

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Ganzheitlich-ästhetische Zahnmedizin

 

  80 Prozent der Bevölkerung haben in geringem bis dramatischem Ausmaß mit entzündlichen Zahnbetterkrankungen zu kämpfen — Männer mehr als Frauen. Über zehn Prozent davon leiden unter chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD). Die Zusammenhänge zwischen COPD und Parodontitis (PA) sind nun in aktuellen Studien nachgewiesen.
    Von Dr. Lena Kertag
 

 
Entzündungen verschiedener Organe bedingen und verstärken sich wechselseitig. Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis) sind dauerhafte Eingangspforten für pathogene Erreger, die dann nicht nur zu Zahnverlust führen, sondern auch Entzündungsreaktionen im ganzen Organismus hervorrufen können.
 

Unsachgemäß verwendete Schrauben von Implantaten, die rosteten und Zahnfleischrückgang und Wundheilungsstörungen auslösten. Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber

Unsachgemäß verwendete Schrauben von Implantaten, die rosteten und Zahnfleischrückgang und Wundheilungsstörungen auslösten.
Foto: Dr. Ilse-Phil Weber


 
Wie in den letzten Jahren festgestellt wurde, sind Parodontitisbakterien (Mit-)Ursachen für Herzinfarkt, rheumatische Erkrankungen und anderes mehr. Nun gibt es eine neue Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Sie verschlimmern auch COPD (= Chronic Obstructive Pulmonary Desease).
Die WHO erwartet, dass bis 2020 COPD die dritthäufigste Todesursache nach Schlaganfall und Herzerkrankungen sein wird. Im Gegensatz zu Asthma ist bei COPD die Zerstörung dauerhaft, die Häufigkeit von kardiovaskulären Erkrankungen, Diabetes und bösartigen Tumoren ist erhöht. Daneben ist COPD ein eigenständiger kanzerogener Faktor.
 
Durch die Inhalation von schädigenden Gasen (90 Prozent sind Raucher) und Partikeln (z. B. bei Wohnungsrenovierung mit Lacken und Farben) kommt es zum Einstrom verschiedener Immunabwehrzellen wie Makrophagen, die wie bei der chronischen Parodontitis (PA) große Mengen des Tumornekrosefaktors (TNFa) produzieren – die COPD wird verstärkt. Ein Raucher erkrankt zudem siebenmal häufiger an PA als ein Nichtraucher. Parodontalpathogene Erreger fließen aus dem Zahnfleischsaum in den Speichel und gelangen weiter in die unteren Atemwege.
 
 

Was kann man tun?

Neben einer guten Mundhygiene mit professioneller Zahnreinigung alle drei bis vier Monate muss die Immunabwehr gestärkt werden. Darunter fallen eine eventuelle Darmsanierung (laut einer Masterstudie ist eine gestörte Dünndarmfunktion bei PA-Patienten signifikant häufiger), Ernährungsumstellung, Stressvermeidung, aber auch Anwendungen wie Ozontherapie, homöopathische und orthokulare Medizin.
 
Gerade bei älteren Menschen in geriatrischen Einrichtungen wird die Professionelle Prophylaxe oft vernachlässigt. Dabei haben regelmäßige zahnärztliche Behandlung und Professionelle Prophylaxe positive Auswirkungen auf Erkrankungen wie Diabetes und dienen der Vorbeugung verschiedener anderer Krankheiten. Ebenfalls wichtig: Bei PA-Patienten sollten Zähne möglichst lange erhalten werden, denn die eigenen Zähne haben immer eine bessere Prognose als Implantate.
 
 

Nachgefragt

Über Parodontitis sprach TOPFIT mit der Zahnärztin Dr. Ilse-Phil Weber.
 

Frau Dr. Weber, kann die Prognose für PA-Patienten durch Professionelle Prophylaxe verbessert werden?

Dr. Weber: Ganz sicher. Denn dazu gehören nicht nur die Reinigung von Zähnen, Zunge und Wurzelansatz, sondern bei ganzheitlich arbeitenden Zahnmedizinern auch eine Anamnese und Austestung von anderen Erkrankungen bzw. Grunderkrankungen des Patienten. Oft muss z. B. das Immunsystem gestärkt werden. Pathogene Bakterienbelastungen entstehen u. a. in einem kranken oder gestörten Darmmilieu.
Metalle im Mund sind immer ein Problem. Titanimplantate können zu einer sogenannten Periimplantitis führen. Allergien belasten die Mundflora. Sogar minimale Beinlängendifferenzen wirken sich auf den Kauapparat aus.
 
 

Sie plädieren für Zahnerhalt. Aber sind wacklige Zähne die Alternative?

Dr. Weber: Bisweilen sind Zähne nicht mehr zu retten, doch im Vorfeld lässt sich noch sehr vieles tun — übrigens auch ästhetisch. Man kann die langen, unschönen Zahnhälse bei PA »schienen« und sie so stabilisieren. Eigene Zähne haben einfach die bessere Prognose als Implantate oder andere Prothesen.
Zudem überprüfen wir alle Zahnmaterialien auf ihre Verträglichkeit beim Patienten. Wir legen Wert auf biokompatible, für Allergiker geeignete Komposite für Füllungen, Schienungen sowie Vollkeramik bei Kronen, Brücken und Inlays.
 
 

Welche alternativen Behandlungsmethoden setzen Sie ein?

Dr. Weber: Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Parodontitis kein isoliertes Krankheitsbild ist, sondern eine systemische Erkrankung — mit negativen Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit.
Neben der Kürettage und Reinigung von Zahnfleischtaschen suchen wir ganz individuell nach Alternativen, etwa Ernährungsumstellung, antibiotisch wirkende Homöopathika u. a. Mit der rechtzeitigen und richtigen Behandlung kann der PA fast immer Einhalt geboten werden.
 
 

PA ist nicht nur, aber auch ein Altersphänomen …

Dr. Weber: … Es gibt auch eine genetische Disposition, aber PA hat natürlich mit dem Alter zu tun. Das Motto des letzten Bayerischen Zahnärztetages lautete daher: Biss im Alter. Neben vielfältigen Prothesenstabilisierungen (z. B. Miniimplantate, spezielle Unterfütterungen etc.) steht das Thema »Prophylaxe und Parodontitis« an erster Stelle. Es gibt z.B. eine Wechselwirkung bei Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes. Eine PA-Behandlung kann den Blutglukosespiegel senken und ebenso der Arteriosklerose und Herzerkrankungen vorbeugen. Fazit: Auch und gerade im Alter ist die Prophylaxe essentiell.
 
 

Zur Person

Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist auch in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e. V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u. a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen.
Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
 
 
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 
 


 

Parodontitis - Ursachen, Folgen und Zusammenhänge

(TopFit 1/2015, Jg. 15, S. 15)

 

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