Prophylaxe

 
Ganzheitlich ästhetische Zahnmedizin – Prophylaxe und Schienentherapien
 
Prophylaxe und Schientherapien
 

Stress ist das große Thema unserer Zeit – Stress wirkt sich auch auf die Gesundheit unserer Zähne aus. Deshalb ist Vorsorge so wichtig. Doch nicht nur die Zähne können sich bei Stress schneller abnutzen, sondern dies kann auch Auswirkungen auf ganz andere Bereiche unseres Körpers haben. Nur wenige Stressgeplagte wissen, dass man hier manchmal mit einfachen mechanischen Mitteln Abhilfe schaffen kann.

Von Dr. Lena Kertag

 
 
 
 

Stress ist eine Anspannungsreaktion des Körpers.

Nicht genug, dass wir unsere Zähne schon auf natürlichem Weg infolge der Kauleistung unserer Zähne abnutzen. Oft kommen noch Stressoren wie Nikotin, Medikamente, säurehaltige Speisen und Getränke etc. hinzu. Längerfristiger Stress kann nicht nur zu psychischen Erkrankungen führen, sondern er erhöht Blutdruck, Puls, Blutzuckerspiegel und stört Durchblutung und Verdauung. Vermindert wird hingegen die Immunabwehr. Dies kann sich auf die Zahngesundheit auswirken. Bei Verdauungsstörungen verändert sich der Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers. Der Speichel wird dadurch sauer, was zu Karies und Erosion der Zähne führen kann. Kommt noch eine Belastung durch säurehaltige Nahrungsmittel hinzu, werden Zahnschmelz und Zahnbein (Dentin) demineralisiert.
Doch auch Muskelverspannungen sind oft stressbedingt. Auf Stress reagieren auch die Gesichtsmuskeln und mit ihnen die Kaumuskeln. Dies kann zu einer Veränderung der Kiefersituation führen, zu Zähneknirschen, vermehrtem Zahnabrieb, aber auch zu Nacken- und Rückenschmerzen sowie Trigeminusneuralgien.
 
 

Mit Bissführungsschienen gegen Fehlbiss

Ganzheitliche Zahnmediziner kennen die Symptome. Viele Menschen plagen sich jahrelang mit Kopf- und Nackenschmerzen herum, ohne zu wissen, dass ihre Zähne eine Mitschuld tragen. Erst bei einer professionellen Zahnprophylaxe werden verfrühter Substanzverlust und Fehlbiss bemerkt.
Gegen nächtliches Zähneknirschen und vermehrten Zahnabrieb hilft eine speziell angepasste COPA-(Craniomandibulärer-Orthopädischer-Positionierungs-Apparat)-Schiene. Sie stellt die richtige Kaufunktion wieder her und beseitigt so auch oft chronische Schmerzen.
Wichtig ist hier allerdings Ursachenforschung. Ein Fehlbiss kann sich auch aufgrund anderer körperlicher Ursachen entwickeln, etwa nach einem Schleudertrauma, bei einer Beinlängendifferenz oder sogar bei falscher Atmung.
 
 

Schnarchtherapie mit Schienen

Schnarchen hat nicht unbedingt etwas mit Stress zu tun – er kann allerdings verstärkend wirken. Dies kann auch ein Fall für Zahnmediziner sein. Zunächst muss die Ursache ermittelt werden, ob es sich um eher »harmloses« Schnarchen handelt oder um eine obstruktive Schlafapnoe, also Schnarchen mit zeitweiligen Atempausen. Beide Formen haben eine verminderte Leistungsfähigkeit zur Folge.
Außer in schweren Fällen kann man hier oft mit einer Schnarchtherapie-Schiene helfen, die Zunge und Unterkiefer etwas nach vorn schiebt und dadurch den Rachenraum freihält.
 
 

Bissfürhungsschiene mit geschlossener Unterkieferfront (rechts) und offener Unterkieferfront (Aufmacherbild). Bissführungsschiene mit geschlossener Unterkieferfront
Prophylaxe und Schientherapien und offener Unterkieferfront.
Intraorales Zweischienen-System zur Schnarchtherapie. Intraorales Zweischienen-System zur Schnarchtherapie.
Fotos: Dr. Ilse-Phil Weber, Dr. Hinz KFO Labor

 
 


 

Das Interview zum Thema

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Dr. med. dent. Ilse-Phil Weber betreibt seit 1992 eine Praxis für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Ästhetik in München-Sendling (Kassen und privat). Sie ist zusätzlich in Homöopathie und in Akupunktur ausgebildet und qualifiziertes Mitglied der GZM (Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e.V.). Laufend Fortbildungen in zahnärztlicher Naturheilkunde und ästhetischer Zahnmedizin (u.a. in Hamburg, Berlin, Würzburg, New York und Las Vegas). Frau Dr. Webers Schwerpunkte sind ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und vor allem ästhetische metallfreie Restaurationen. Sie ist qualifiziert in Umweltzahnmedizin und zertifiziert in ästhetisch-biologischer Falten- und Papillenunterspritzung bei Lippen und Mund.
Infos: www.zahnarztpraxis-dr-weber.de
 
 

Frau Dr. Weber, was ist normal, wenn sich Zähne abnutzen, was nicht?

Dr. Weber: Mit zunehmendem Alter nutzen sich unsere Zähne auf mehr oder weniger natärlicher Weise ab. As beginnt übrigens bereits beim Zähneputzen. Es gibt jedoch einen Verlust an Zahnsubstanz, der viel früher einsetzt. Daran ist oft eine stressbedingte Abrasion schuld, etwa durch nächtliches Zähneknirschen und Fehlbiss, aber auch durch eine falsche Ernährung. Der ständige Genuss von säurehaltigem Essen und Getränken – von Orangen bis zu Cola und Wein – führt zu einer frühzeitigen Erosion der Zähne.
 
 

Wie gehen Sie gegen Fehlbiss vor?

Dr. Weber: Mit einer Bissschienentherapie – allerdings erst nach Klärung der Ursache. Ein Fehlbiss kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, u.a. etwa eine frühere Gebisssanierung, bei der sich ein Unterbiss entwickelt hat, oder das Fehlen von Seitenzähnen, Zähneknirschen, eine Beinlängendifferenz. Die Folgen sind oft Kopf-, HWS- und Rückenschmerzen. In unserer Praxis führen wir spezielle Tests durch, um die richtige Bisslage zu finden. Wichtig sind dabei u.a. der Muskeltest (Applied Kinesiology) und eine Analyse der Beinlängendifferenz sowie andere Abweichungen von der Körperstatik. Die neue Bisslage wird anschließend in Wachs fixiert, um die exakte Bisssituation in eine Schiene umzusetzen. Oft muss sie der Patient nur vier Wochen tragen, manchmal dauert es allerdings länger.
 
 

Sie bieten in Ihrer Praxis auch Scharchtherapie mit Schienen an. Wie funktioniert das?

Dr. Weber: Zunächst muss geklärt werden, ob der Patient ein Fall fürs Schlaflabor bzw. den Schlafmediziner ist. Es gibt schwere Formen des Schlafapnoe-Syndroms. Doch schon »harmloses« Schnarchen, für das wir zuständig sind, führt zu einem nicht-erholsamen Schlaf und mit der Zeit zu einer ernsten Schlaferkrankung. Deshalb sollte man hier unbedingt vorbeugen, zumal sich Schnarchen im Alter verstärkt. Nach einer Klärung der Ursachen für das Schnarchen kann man hier oft mit einer Schlarchschiene helfen. Solche Schienen schieben den Unterkiefer etwas nach vorn und halten so den hinteren Zungenraum im Rachen frei. Auf diese Weise wirken sie einer Muskelerschlaffung entgegen.

 
 


 
Prophylaxe und Schienentherapien

(TopFit 2/2014, Jg. 14, S. 14)

 

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